Hermann-Schafft-Schule

Märchenhaftes in der Frühförderung

Kassel feierte 2012 „200 Jahre Kinder- und Hausmärchen“ der Brüder Grimm. In dem gerade begonnenen Jahr wird das Jubiläum „Grimm 2013“ in Ausstellungen und besonderen Aktionen begangen. Aus diesem Anlass hat das hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst das Projekt „Märchen bei Kindern und Jugendlichen mit einer Behinderung“ ausgeschrieben.

Die Pädagogische Frühförderung für Kinder mit Sehbehinderung und Blindheit in Kassel nimmt an diesem Projekt teil. Das kulturelle Themengut „Märchen der Brüder Grimm“ wurde 2012 gezielt in einigen Gruppenangeboten aufgegriffen und wird 2013 fortgesetzt. Zusätzlich zur alltäglichen Frühförderarbeit haben einige Mitarbeiterinnen die Märchen sehbehindertenspezifisch gestaltet. Die Märchen werden so aufbereitet, dass die Inhalte dem individuellen Auffassungsvermögen der Kinder begreifbar und verständlich sind und damit zu interessanten und spannenden Geschichten werden.

Den Anfang machte „Dornröschen“. Dazu trafen sich die Kinder mit ihren Eltern rund um die Löwenburg. Der Märchentext wurden vereinfacht erzählt. Anschließend hatten die Kinder Gelegenheit, sich zu verkleiden und in die Rollen von Prinzessin oder Prinz zu schlüpfen. Die Hecke um das Dornröschenschloss wurde besungen und in Bewegungsspielen nachempfunden.

Es folgte im September 2012 das Märchen von „Sterntaler“, das für die teilnehmenden Kinder im Schwarzlichtraum zu einem besonderen Erlebnis wurde. Auch Kinder mit Mehrfachbehinderung wurden gestalterisch in den Sterntalerregen mit einbezogen. Das Bewegungslied „Taler, Taler, du musst wandern…“ ließ die Taler begreifbar werden. Beim Malen und Ausprobieren elementarer Farb- und Mischtechniken hatten die Kinder Gelegenheit, ihr Verständnis der Geschichte auszudrücken. Sie lernten die Begriffe „Teilen – Abgeben – Belohnung“ spielerisch kennen.

Im Dezember halfen die Kinder beim Backen von Lebkuchen um das Hexenhaus zu gestalten. Die Geschichte von „Hänsel und Gretel“ beeindruckte die Kinder und gab Anlass zu mancher Nachfrage. Wer traut sich hinein ins Hexenhaus, das mit Lichterketten illuminiert war? Die selbst gebackenen Lebkuchen versüßten die Geschichte. Nüsse und Früchte wurden ertastet und auf ihren Geruch getestet. Das bunt mit Schnipseln gestaltete Windlicht half Hänsel und Gretel den rechten Weg zu finden im dunklen Wald.

Die Märchen bleiben auch 2013 thematisch präsent. Dabei ist es uns wichtig, dass die Märchen für die Kinder mit allen Sinnen und mit Freude am Erleben erfahren werden und dass die Ideen und Fähigkeiten jedes einzelnen Kindes sich entfalten können.