Hermann-Schafft-Schule

Schulzweig Sehen

  • Kinderhände lesen eine Punktschriftgeschichte.

 

Im Schulzweig Sehen der Hermann-Schafft-Schule werden Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt Sehen beschult. Zwischen 6 und 12 Lernende sind in einer Klasse. Sie werden entsprechend ihrer Lernvoraussetzungen differenziert auf unterschiedlichen Lernniveaus unterrichtet. Der Unterricht wird in der Regel jahrgangsübergreifend organisiert.

Zentral ist die Orientierung an den Interessen, Bedürfnissen und Bedingungen der Schülerinnen und Schüler. Im Vordergrund steht das Schaffen einer positiven Lernatmosphäre, die Förderung der Freude am Lernen, von Konzentration, Selbstbewusstsein und Selbstwirksamkeit. Auf dieser Basis erfolgt die Vermittlung der Lerninhalte.

Grundlage sind das Kerncurriculum und die Lehrpläne für die Grundschule, Hauptschule und Realschule oder der Lehrplan Schule für Lernhilfe. Ergänzend haben die Inhalte des spezifischen Curriculums für Menschen mit Blindheit und Sehbehinderung eine zentrale Bedeutung im Schulalltag.

Der Schulzweig Sehen hat eine Eingangsstufe. Das erste Schuljahr wird in zwei Jahren durchlaufen. Danach schließen sich die Klassen 2 bis 4 an. Die Grundschulzeit beträgt insgesamt 5 Jahre. Die Klassen 5 und 6 sind das Bindeglied zwischen der Grundstufe und der Jahrgangsstufe 7. Hier findet die Vorbereitung auf den Übergang in den Bildungsgang der Haupt- oder Realschule ab Klasse 7 statt.

Schülerinnen und Schüler mit dem erweiterten Förderbedarf im Bereich Lernen werden in der Regel in den jeweiligen Klassenverbänden differenziert unterrichtet.

 

Folgende Abschlüsse können erworben werden:

  • Berufsorientierter Abschluss Förderschwerpunkt Lernen
  • Hauptschulabschluss
  • Realschulabschluss

 

Räumliche und sächliche Ausstattung

Neben der festen Ausstattung der Klassenräume des Schulzweigs Sehen mit entsprechender Beleuchtung (dimmbar, 1000 Lux) und Blendschutz richtet sich die Arbeitsplatzausstattung der einzelnen Schüler*innen nach ihren individuellen Bedingungen.

Beispielhaft zu nennen sind folgende Elemente:

  • Einzelarbeitsplatzleuchte
  • in Höhe und Neigung verstellbarer Tisch
  • „Blindenarbeitsplatz“ mit Ordnungs-Regalsystem
  • elektronische Vergrößerungshilfen (z.B. Bildschirmlesegeräte, elektronische Lupen)
  • optisch vergrößernde Hilfsmittel (z.B. Lupen)
  • Punktschriftmaschine
  • sehbehinderten- oder blindenspezifisch ausgestatteter Computerarbeitsplatz

 

Unterrichtsmedien

Auf der Grundlage der Einschätzung des individuellen funktionalen Sehvermögens werden Unterrichtsmedien unter Beachtung der „glorreichen Fünf“ ausgewählt und erstellt:

  • Vergrößerung
  • Verbesserung von Kontrasten
  • Beleuchtung
  • Reduzierung von Komplexität
  • Platzierung
Henriksen, A., Laemers, F. (2016): Funktionales Sehen. Diagnostik und Intervention bei Beeinträchtigung des Sehens. Edition Bentheim, Würzburg, 157-192.

Beispiele dafür sind:

  • Arbeitsblätter mit
    • klaren Konturen (ggf. werden dünne Linien nachgezogen, dicker gedruckt)
    • guten Kontrasten (z.B. Schwarz/Weiß, Schwarz/Gelb)
    • klaren Strukturen (ohne visuelle Ablenkung)
  • Verwendung von Unterlagen, die einen klaren Kontrast zum Lerngegenstand bilden
  • Nutzung von Speziallineaturen (kontrastreich, vergrößert)
  • Verwendung von Stiften mit dicker Strichbreite, ggf. farblich im Kontrast zur Farbe der Lineatur

 

Handlungsleitende Prinzipien

Auswirkungen von Blindheit und Sehbehinderung sind individuell zu betrachten und abhängig von Umweltbedingungen. Spezifische methodische Vorgehensweisen im Schulzweig Sehen ist die Konsequenz.

Beispielhafte Vorgehensweisen:

  • handlungsorientiertes Lernen unter Einbezug möglichst aller Sinne
  • Organisation von Realbegegnung, wenn möglich
  • Lernen und Arbeiten im individuellen Lerntempo ermöglichen
  • Verbalisierung/mündliche Erläuterung aller Unterrichtsinhalte
  • Förderung der Begriffsbildung

 

Spezifische Bildungsinhalte

Spezifische Bildungsinhalte sind auf besondere Lernbedürfnisse zurückzuführen, die sich aufgrund der Auswirkungen der Einschränkungen oder des Fehlens des Sehvermögens ergeben. Diese spezifische Förderung wird im Schulalltag integriert. Daneben wird sie auch von externen Anbietern während des Schultages auf dem Schulgelände oder in Räumen der Schule angeboten oder findet außerhalb der Schule statt.

Beispiele für spezifische Bildungsinhalte:

  • lebenspraktische Fähigkeiten
  • visuelle Strategien und Nutzung optischer Hilfsmittel
  • psychomotorische Förderung
  • Orientierung und Mobilität
  • Identitätsbildung
  • Sozialkompetenz

Ein Flyer mit Informationen über den Schulzweig Sehen Ein Flyer mit Informationen über den Schulzweig Sehen

Flyer Schulzweig Sehen